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Anschlüsse, Details  

Rollladenkästen
Wandschlitze
Bauwerksfugen
Dehnungsfugen
Materialübergänge
Putzan- und -abschlüsse
Türen
Fenster
Luftdichtheit mit einzuputzenden Folien
Trennschnitt (Kellenschnitt)


Anschlüsse, Details

Rollladenkästen  

Einbau-Rollladenkästen,die auf der Innenseite eine Oberfläche aus Holzwolleleichtbauplatten haben, können direkt verputzt werden. Nicht saugende Untergründe, z.B. eine Kunststoffabdeckung, sind mit MultiGips Betonkontakt  vorzubehandeln. Bei der Verwendung von Dünnlagenputz darf die Putzabschlussschiene eine Schenkellänge von lediglich 3 mm bzw. 5 mm aufweisen. Bei fehlender Schiene ist eine solche für Putzdicke 3 mm bzw. 5 mm einzusetzen, bereits werksmäßig montierte 10 mm Schienen sind auszutauschen. 

Rollladenkästen sind wegen der zu erwartenden Bewegungen des Bauteils in jedem Fall mit einem vollflächigen Armierungsgewebe zu verputzen.

Wandschlitze 

Heizungs- und Sanitärleitungen sind günstigerweise in Schächten oder hinter Vorsatzschalen zu verlegen. Offene Schlitze für Rohre und Leitungen sollten vor dem Beginn der Putzarbeiten mit z.B. Spachtelgips geschlossen werden. Alternativ lassen sich größere Schlitze auch mit einem Putzträger überspannen. Das direkte Überputzen von Leitungsinstallationen in offenen Wandschlitzen ist möglich, wenn eine genügende Haftfläche zur Verfügung steht und (bei Heizungsrohren) eine ausreichende Wärmedämmung sichergestellt ist. Einzuputzende Installationen aus oxidierbaren Metallen benötigen einen Korrosionsschutz.  

Bauwerksfugen

Trenn- und Bewegungsfugen des Bauwerks müssen im Putz an gleicher Stelle und in voller Breite unter Einsatz geeigneter Putzprofile ausgeführt werden. Sollen die Fugen bzw. Profile mit dauerelastischem Kitt gefüllt werden, ist zu prüfen, ob die Fugenausbildung den Vorgaben des Kittherstellers entspricht.

Dehnungsfugen

Sie werden im Putz mit geeigneten Fugenprofilen hergestellt. Sie vermeiden Risse infolge von Volumenänderungen des Gipsputzes bei größeren Spannweiten. Dehnungsfugen sollen ab einer durchgehenden Länge der Putzfläche von mehr als 10 m angeordnet werden. Konstruktive Fugen in Wänden und Decken (z.B. Gebäudetrennfugen) müssen gemäß VOB an gleicher Stelle und mit gleicher Bewegungsmöglichkeit bzw. in ausreichender Breite übernommen werden. Es empfiehlt sich, bereits in der Leistungsbeschreibung geeignete Fugenprofile vorzugeben. Konstruktive Fugen und Dehnungsfugen dürfen nicht überputzt oder überspachtelt werden.

Materialübergänge

An Übergängen von einem Material zum anderen im Putzgrund sollte stets ein Armierungsgewebe bei etwa zwei Drittel der Putzschicht eingebettet werden, damit mögliche Spannungen aus dem unterschiedlichen Dehnverhalten der Baustoffe aufgenommen werden können.

Putzan- und -abschlüsse 

Wo Putz an andere Materialien anschließt, etwa an Türen oder Fenster, können Risse durch mechanische Beanspruchung (z.B. Zuwerfen der Türen) oder das unterschiedliche Materialverhalten bei Temperatur und Feuchtigkeitsschwankungen entstehen. Solche Schwachstellen  lassen sich mit Putzanschlussschienen sicher ausschließen. Die Herstellung eines sauberen Übergangs wird zudem vereinfacht.

Türen 

Die Zargenweite der Türen muss auf die Dicke der Wand inklusive des Wandputzes abgestimmt sein. Umfassungszargen mit variabler Öffnung lassen sich in der Regel problemlos anpassen. Stahlzargen mit fest stehender Maulweite müssen in entsprechender Größe bestellt werden.

Fenster  

Vor dem Verputzen ist der Abstand zwischen dem Fensterrahmen und der Leibung zu prüfen. Er darf keinesfalls größer sein als die vorgesehene Putzdicke in der Leibung, was besonders bei Dünnlagenputzen nicht immer gegeben ist. Zu große Abstände sind der Bauleitung anzuzeigen. Der Leibungsputz kann dann nach ihrer Entscheidung entsprechend dicker ausgeführt werden, oder es wird ein Abdeckprofil über den Spalt gesetzt. 

Luftdichtheit mit einzuputzenden Folien

Im Massivbau erfüllt in der Regel der durchgängig aufgebrachte Innenputz die Funktion der luftdichten Ebene. Häufig wird ein Anschluss mit zu überputzenden Fensteranschlussfolien vorgesehen. Diese Folien sind entsprechend der bauphysikalischen Beanspruchung auszuwählen und nach den Herstellerangaben einzubauen. EPDM- und Polyisobutylen-Folien sowie nicht vlieskaschierte Folien lassen sich nicht direkt überputzen!

 Verputzen von Fensteranschlussfolien (Praxisleitfaden) download (836k)

Trennschnitt

Bauteile, die nicht kraftschlüssig untereinander verbunden sind, dürfen auch in der Putzschicht nicht verbunden sein. Anderenfalls können die Bauwerksbewegungen und -setzungen zu Rissen im Putz führen. Speziell Putzflächen auf Beton-Deckenplatten sollen an den Rändern eingeschnitten werden, sobald der Putz abbindet. Bei großen Deckenfeldern sind an den Rändern Profile oder Hartschaumstreifen empfehlenswert. Kellenschnitte sind außerdem auszuführen zwischen Decke und Wand zwischen tragenden und nichttragenden Bauteilen im Anschlussbereich zu Bauteilen aus Holz, Gips-Wandbauplatten und Gipskartonplatten immer dann, wenn mit relativen Bewegungen der flankierenden Bauteile zu rechnen ist.



Praxistipps zu folgenden MultiGips Produkten: Maschinenputzgipse, Handputzgipse, Dünnlagenputzgipse, Spachtelgipse, Austrocknung/Winterbau, Putzdicken und Flächentemperiersysteme.